„Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“ (Enrique Santos Discépolo)
Dieses Konzert führt Sie durch einen intimen Dialog zwischen Werken von Johann Sebastian Bach und Astor Piazzolla für Violoncello und Klavier, solo und im Duo, die einander die Hand reichen und sich aufeinander beziehen – Über die Jahrhunderte, die Epochen hinweg.
Veranstalter: Cello Expansion Kulturverein
Mitwirkende:
Peter Hudler, Violoncello Julia Rinderle, Klavier
Programm:
Astor Piazzolla:
Histoire du Tango
Aus: 3 Piezas Breves
Milonga in Re
Oblivion
Fuga y misterio
Le gran Tango
Vuelvo al Sur
Johann Sebastian Bach:
Ausschnitte aus:
Suiten für Violoncello solo (BWV 1007 – 1012)
Sonaten für Gambe und Klavier (BWV 1027 – 1029)
Englische Suiten für Klavier solo (BWV 806 – 808)
Partiten für Klavier solo (BWV 825 – 830)
Preludes und Fugen
Für Astor Piazzolla (1921-92), dem Begründer des Tango Nuevo, wurde der vielseitige barocke Meister Johann Sebastian Bach zum musikalischen Schlüsselerlebnis.
In Paris, bei Nadia Boulanger, einer der berühmtesten Kompositionslehrerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts studierte er die klassischen Formen, Fuge, Kontrapunkt und nutze diese Ausbildung um den argentinischen Tango vom Nimbus der Verruchtheit („Kaschemmenmusik“) zu befreien und ihn als eine Fusion aus traditionellem Tango, klassischer Strenge und Jazzeinflüssen weltweit als Tengo Nuevo bekannt zu machen, bis in die Säle der grossen Konzerthäuser.
Meine Musik gibt zu denken. Denen, die Tango lieben, und denen, die gute Musik mögen. (Astor Piazzolla)
Piazzollas Liebe zu Johann Sebastian Bach kommt in seinen kunstvollen polyphonen Verschränkungen bis hin zu veritablen Tangofugen wie der titelgebenden „fuga y misterio“ zum Ausdruck aber auch und vielleicht noch mehr in der grossen Tiefe der Empfindung, die bei aller formaler Strenge und Schroffheit des Ausdrucks immer vorhanden ist.