Referentin: Mag. Katrin Unterreiner Moderation: Anneliese Stoklaska
„Liebe & Macht“
Hinter den Kulissen des Wiener Kongresses
Nach der Niederlage Napoleons trafen sich auf Einladung von Kaiser Franz I./II. im Herbst 1814 die gekrönten Häupter Europas in Wien, um auf dem „Wiener Kongress“ die politische Ordnung Europas neu zu gestalten.
Der Wiener Kongress war aber weit mehr als nur ein Treffen wichtiger und einflussreicher Männer, von Spitzendiplomaten und Politikern. Er war ein gesellschaftliches Großereignis und eine Bühne für das Machtspiel von Persönlichkeiten wie dem österreichischen Leiter der Staatskanzlei, Clemens Fürst Metternich, Zar Alexander von Russland oder dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. Aber neben den männlichen „Hauptdarstellern“ spielten erstmals auch Frauen wie die Herzogin Wilhelmine von Sagan, die Habsburgerin und Kaiserin der Franzosen, Marie Louise, oder die Salonière Fanny von Arnstein eine entscheidende Rolle.
Katrin Unterreiner räumt nämlich mit dem hartnäckigen Klischee auf, der Wiener Kongress hätte nur „getanzt“ und sei vor allem von Kurtisanen und “Gspusis” im Dunstkreis mächtiger Männer geprägt worden. Vielmehr zeigt sie eindrucksvoll, wie Frauen als eigenständige politische Kräfte agierten: Sie vernetzten Akteure, steuerten Informationen, beeinflussten Entscheidungen und wirkten als unverzichtbare Beraterinnen der führenden Diplomaten.
Katrin Unterreiner macht sichtbar, was in der Geschichtsschreibung oft übergangen wurde: Macht am Wiener Kongress war auch weiblich!
Mag. Katrin Unterreiner – Studium der Kunstgeschichte und Geschichte in Wien. Langjährige wiss. Leitung Schloss Schönbrunn GmbH., Kuratorin des Sisi-Museums in der Wiener Hofburg. Autorin zahlreicher Bücher über Habsburger u. Kulturgeschichte der k.u.k.-Monarchie (s. Katrin Unterreiner – Carl Ueberreuter Verlag). Als Kuratorin zahlreicher Ausstellungen, Vortragende und wissenschaftliche Beraterin historischer Dokumentationen, u.a. für ORF, ZDF, Disney+ u. ARTE tätig.