zur Buchpräsentation am 16. Februar 2026 um 18:30 Uhr:

Caroline Wohlgemuth: Auf einen Blick

„Das Glas Haus. Wien 1933. Vertriebene Visionen“

Kubisch geformtes Wohnhaus mit flacher Dachterrasse, umgeben von einem weißen Zaun und zwei hohen Bäumen im Vordergrund.
© Stefan Oláh

Als Hans Glas im geschichtsträchtigen Jahr 1933 eine Villa in Pötzleinsdorf für das jüdische Ärzteehepaar Anna und Philipp Rezek entwarf, zählte sie zu den visionärsten Wohnbauten Wiens. Der Architekt Hans Glas, ein Schüler von Adolf Loos, ist heute in Österreich nahezu vergessen.

Wien war damals eine inspirierende Kulturmetropole mit engen Querverbindungen zwischen Architektur, Design, Musik, Literatur bis hin zur Philosophie, Medizin und Psychoanalyse. Das „Glas Haus“, wie es die Enkelkinder der Familie nennen, verkörpert beispielhaft dieses einzigartige Zusammenspiel.

1938 mussten die Rezeks vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen, Hans Glas floh nach Indien. Die Villa Rezek wurde enteignet und „arisiert“. Erzwungene Emigrationen wie diese bedeuteten nicht nur persönliche Tragödien, sondern auch das abrupte Ende der Blüte moderner Architektur und Wohnkultur in Wien – gefolgt von jahrzehntelangem Verschweigen, Verdrängen und Vergessen. Die ins Exil getragenen Visionen fanden neue Heimat und Wirkung in der Welt. Hans Glas‘ Ideen und Gestaltungsprinzipien sind heute aktueller denn je.

Caroline Wohlgemuth erzählt die Geschichte der Villa Rezek und bewahrt sie so vor dem Vergessen. Über 130 historische und aktuelle Fotografien und Pläne sowie die unverwechselbare Bildsprache des Wiener Fotografen Stefan Oláh bereichern das Buch.

Caroline Wohlgemuth arbeitet als Autorin, Kuratorin und Vortragende. Sie studierte Rechtswissenschaften und Kunstmanagement in Wien und in London. Im Rahmen ihres Studiums an der Universität für angewandte Kunst Wien befasste sie sich mit Architektur und Design im Wien der Zwischenkriegszeit und der Vertreibung jüdischer Architekt:innen und Designer:innen im Jahr 1938. In ihrem Buch Mid Century Modern – Visionäres Möbeldesign aus Wien veröffentlichte sie ihre Forschungsergebnisse. Das Buch erschien auch in einer englischen Übersetzung und wird weltweit verkauft. In der Villa Rezek kuratierte sie eine Ausstellung über die Geschichte des Hauses, des Architekten Hans Glas und die Familie Rezek.

Stefan Oláh arbeitet als Fotograf in Wien und am Attersee. Er konzipiert und fotografiert Bildserien für verschiedenste Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen. Außerdem widmet er sich an der Schnittstelle von Kunst, Design, Architektur und Zeitgeschichte der Abbildung von unterschiedlichen Architektur-, Lebens- und Kulturräumen.

Das Buch ist im Verlag Park Books erschienen.

Am Abend der Buchpräsentation ist die Kassa im Museum Dorotheergasse bis ca. 20:00 Uhr geöffnet.