Gendermedizin
Foto Anita Rieder: © feelimage/Matern | Foto Jing Hu: © SiMshot.at
Foto Naghme Kamaleyan-Schmied: © Stefan Seelig
Foto Veronika Pelikan: © Caro Strasnik | Foto Hilde Wolf: © beigestellt
16.03.2026
19:00 h
Cub ALPHA
Warum Frauengesundheit anders ist und mehr Sichtbarkeit braucht
Referentinnen:
Anita Rieder, Naghme Kamaleyan-Schmied, Miriam Hufgard-Leitner, Veronika Pelikan, Hilde Wolf, Jing Hu
Moderation: Sonja Kupka-Wolf
Interdisziplinärer Austausch zwischen Medizin, Wissenschaft, Medien & Politik
Frauengesundheit ist anders – biologisch, sozial und politisch. Dennoch spiegelt sich das bis heute weder ausreichend in Forschung noch in Versorgung wider. Frauen sind in klinischen Studien weiterhin unterrepräsentiert, obwohl ihre Krankheiten, deren Therapien und Nebenwirkungen von ihrer Körperzusammensetzung, ihren Hormonen und Lebensrealitäten entscheidend beeinflusst werden.
Die Folge: Medikamente sind oft an männlichen Referenzwerten orientiert, Frauen erleiden häufiger Nebenwirkungen, und außerdem werden Erkrankungen wie Osteoporose, Depressionen, Schilddrüsen- und Autoimmunerkrankungen zu spät erkannt. Gleichzeitig sind Herzinfarkt oder Diabetes bei Frauen schlechter erforscht – mit erhöhtem Risiko für Fehldiagnosen. Auch treffen psychische Erkrankungen wie Burnout und Angststörungen Frauen doppelt so häufig wie Männer, werden aber oft bagatellisiert.
Im Impulsvortrag spricht Miriam Hufgard-Leitner über den aktuellen Stand der Gendermedizin in Forschung und klinischer Praxis.
Naghme Kamaleyan-Schmied zeigt, wie gendersensible Primär-versorgung zu gerechter Medizin beiträgt.
Anita Rieder beleuchtet Prävention als politische Verantwortung.
In der anschließenden Round-Table-Diskussion mit Veronika Pelikan, Hilde Wolf und Jing Hu, wird deutlich, wie eng Medizin, Medien und Politik zusammenwirken müssen.
Ziele des Abends: Bewusstsein zu schaffen, Barrieren abzubauen und Wege aufzuzeigen – hin zu einer Medizin, die uns Frauen in Forschung, medizinischer Versorgung und Öffentlichkeit den Stellenwert gibt, der uns zusteht.
Dr.in Miriam Hufgard-Leitner ist Oberärztin für Endokrinologie am AKH Wien. Als Fachärztin für Innere und Psychosomatische Medizin setzt sie sich für eine differenzierte, frauenspezifische Medizin ein.
Univ.-Prof.in Dr.in Anita Rieder ist Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien und Leiterin des Zentrums für Public Health. Sie zählt zu den führenden Stimmen für Prävention, Gesundheitsförderung und Gendermedizin in Österreich.
Dr.in Naghme Kamaleyan-Schmied ist Allgemeinmedizinerin mit Kassenordination in Wien-Floridsdorf sowie Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzt:innen in Wien. Ihre Schwerpunkte liegen auf Prävention, Health Literacy, Frauengesundheit und Gendergerechtigkeit.
Jing Hu, BA, MPharm ist Apothekerin, Unternehmerin und NEOS-Abgeordnete im Wiener Gemeinderat. Sie engagiert sich für eine ganzheitliche und gerechte Gesundheitspolitik.
Dr.in Veronika Pelikan ist Gründerin von wechselweise.net, der Plattform für Frauengesundheit und Wechseljahre, sowie promovierte Kommunikationswissenschafterin.
Mag.a Hilde Wolf, MBA leitet das Frauengesundheitszentrum FEM Süd am Klinik Favoriten und engagiert sich seit über 25 Jahren für geschlechtersensible Gesundheitsförderung.
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